Am 02. Mai wird mit einem Festgottesdienst der 50. Jahrestag der St. Joseph Kirche gefeiert. Sogar Erzbischof Dr. Ludwig Schick hat sein Kommen zugesagt: Am Sonntag, 2. Mai, wird mit einem Festgottesdienst um 9.30 Uhr der 50. Jahrestag der Weihe der katholischen St. Joseph Kirche gefeiert. Dem Gottesdienst schließt sich ein Empfang im Pfarrsaal an. Ab 14.30 Uhr wird die A-capella-Gruppe „Total Vocal“ die Dia-Schau „50 Jahre Kirche St. Joseph“ musikalisch umrahmen. Zum Jubiläum und wegen baulicher Mängel sowie Schäden ließ die katholische Kirchenstiftung St. Otto Ebersdorf die Kirche umfangreich sanieren, zu der auch im Untergeschoss ein kleiner Gemeindesaal gehört. Mit den Planungen wurde Architekt Thomas Schauder betraut, der federführend für die Umgestaltung tätig war und am Nachmittag eine Kirchenführung anbietet. Viele katholische Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten hatten im ehemals evangelischen Grub am Forst eine neue Heimat gefunden und errichteten nach den Plänen des Coburger Architekten Joseph Rauschen eine katholische Kirche, die zur neu entstandenen Pfarrei Ebersdorf-Sonnefeld-Grub gehörte.
Die letzte Renovierung, die das Dach und den Anstrich der Innenräume umfasste, erfolgte 1995. Letztmalig wurde die Heizungsanlage in den 70er Jahren überholt. Die Außenwände waren schlecht wärmegedämmt, dadurch stieg der Energieverbrauch erheblich an. Im Zuge der nun abgeschlossenen Arbeiten wurde eine neue, solarunterstützte Gas-Brennwertheizung eingebaut und die Wärmedämmungen erheblich verbessert. Der Kirchenraum, der vor der Umgestaltung sehr dunkel und wenig einladend war, konnte durch eine neue Anordnung der bleiverglasten Kunstfenster aus den 70er Jahren eine neue Raumqualität gewinnen. Die neue Lichtführung macht das Kirchenschiff in voller Höhe neu erlebbar. Neben den neugestalteten Außenfassaden wurde die Orgel repariert und neu intoniert. Die Sakristei erhielt ebenfalls eine neue Einrichtung. Der Chorraum, der früher eine Stufe höher als der übrige Kirchenraum angeordnet war, ist, bedingt durch gedämmte, neue Bodenaufbauten, jetzt auf das gleiche Höhenniveau wie die Gemeinde gesetzt. Der Fußboden wurde in der ganzen Kirche aus fränkischem Jura-Marmor belegt. Der Hauptaltar, wie auch der Ambo sind aus schlesischem Marmor geschaffen, und stehen zwei Stufen erhöht im Zentrum des Chors vor dem schlichten Kreuz. Im früheren Eingang unter dem Kirchturm entstand eine kleine Taufkapelle. Das ursprünglich im Seitenaltar platzierte Holzrelief des schlesischen Bildhauers Jaeckel, das Szenen aus dem Leben der Heiligen Familie darstellt, bekam dort wieder einen angemessenen Platz.
Durch eine großzügige Stiftung wurde es möglich, den aus Grub am Forst stammenden Bildhauer Matthias Heß zu beauftragen, ein Taufbecken zu schaffen. Aus mehreren Vorschlägen wählte die Kirchenverwaltung, unter Anleitung des Architekten Thomas Schauder, den jetzt realisierten Entwurf aus. Auf einem Sockel, der in Form des Kreuzes eingeschnitten und aus grob behandelter Eiche ist, schwebt eine flache Schale aus polierter Bronze. Im Sockeleinschnitt ist aus einem Stück schwarz gebeiztem Zedernholz, das der Gemeindeseelsorger Pater Peter Uzor aus seiner nigerianischen Heimat mitgebracht hat, eine stilisierte Treppe eingelassen. Der Gemeindesaal erhielt eine neue Küche, neue Schränke und eine neue Bestuhlung. Somit ist der Saal für das kirchliche Gemeindeleben als auch für private Anlässe geeignet. Durch die insgesamt großzügige Förderung aus Kirchensteuermitteln durch die Erzdiözese Bamberg, dem Bonifatiuswerk, vieler Spenden aus der Pfarrei , einer Sammlung unter den beteiligten Handwerkern, die Unterstützung durch die Gemeinde Grub am Forst sowie vieler freiwillig und unentgeltlich geleisteter Arbeitsstunden des Helferkreises der Grüber Kirchengemeinde wurde diese Maßnahme möglich.
Text: Alexandra Kemnitzer
Quelle: Coburger Tageblatt